Kann ich Leitungswasser direkt trinken? Ist die Installation eines Wasserfilters notwendig?
Es ist notwendig! Unbedingt notwendig!
Die herkömmliche Wasseraufbereitung in Wasserwerken umfasst vier Hauptschritte: Koagulation, Fällung, Filtration und Desinfektion. Früher konnten Wasserwerke mit diesen vier Schritten den Trinkwasserbedarf der Bevölkerung decken. Doch die Wasserverschmutzung verschärft sich zunehmend. Das Wasser der Erde befindet sich im natürlichen und im gesellschaftlichen Kreislauf. Durch die Vermischung von Industrie-, Landwirtschafts- und sogar nuklearen Schadstoffen sind diese im Wasser sehr mobil und lösen sich leicht. Daher reichen die herkömmlichen vier Schritte nicht mehr aus, um die Sicherheit des Leitungswassers zu gewährleisten. Viele Wasserwerke setzen daher auf weiterführende Verfahren wie Aktivkohle-Adsorption, kombinierte Verfahren, Oxidationsverfahren und Membrantrennverfahren. Diese Verfahren müssen jedoch noch weiterentwickelt und verbreitet werden.

Darüber hinaus durchläuft das Leitungswasser bei der Wasserversorgung ein Netz hydrophober Rohre, um zu den einzelnen Haushalten zu gelangen. Im Laufe der Jahre bildet sich an den Innenwänden dieser Rohre eine dicke Kalkschicht. Diese Schicht ist komplex und enthält neben hartem Kalk auch Rost, Verunreinigungen, Bakterien und andere Schadstoffe. Da die Oberfläche der Kalkschicht uneben ist, können Verunreinigungen beim Durchfließen des Leitungswassers leicht in die Haushalte gelangen.

Bei stabiler Wasserversorgung und stabilem Wasserdruck kann die Kalkschicht in einem stabileren Zustand gehalten werden. Wird die Wasserversorgung unterbrochen und wiederhergestellt, ändert sich der Wasserdruck oder wird die Wasserversorgung ausgetauscht, wird die Kalkschicht beschädigt, und es lösen sich große Mengen davon im Haushalt des Nutzers auf. Am deutlichsten erkennbar ist dies an der veränderten Wasserfarbe.

Das Wasserwerk kann nur die Etagen 5 und 6 mit Wasser versorgen. Die oberen Stockwerke sind auf eine alternative Wasserversorgung angewiesen. Der alternative Wassertank ist nicht vollständig abgedichtet, sodass zwischen Wasserzulauf und -ablauf ein Kanal entsteht, durch den Verunreinigungen leicht in den Tank gelangen können. Hinzu kommt, dass die alternative Wasserversorgung nicht immer mit Filtern ausgestattet ist. Teilweise werden sogar Dachwassertürme oder unterirdische Tanks zur Wasserversorgung und -speicherung genutzt, wodurch sich Bakterien leicht vermehren können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wasserverschmutzung, die Wasseraufbereitungsprozesse in Wasserwerken, die Selbstheilungsfähigkeit hydrophober Rohrleitungen und die Materialien wasserführender Komponenten sowie die Speichertanks die Sicherheit der Trinkwasserversorgung beeinflussen. Das Erhitzen von Leitungswasser auf 100 °C reduziert lediglich das Restchlor, entfernt es aber nicht vollständig. Erhitztes Restchlor kann neue Schadstoffe bilden, während organische Verunreinigungen, Sedimente und andere Ablagerungen nicht beseitigt werden. Wasserfilter hingegen filtern Sedimente und Rostpartikel heraus und entfernen effizient Schwermetalle, Restchlor, Farbstoffe und andere Schadstoffe, ohne Bakterien und andere schädliche Stoffe zu filtern. So erhalten alle Familienmitglieder gesundes Trinkwasser.
Veröffentlichungsdatum: 21. März 2024
